Es ist schon eine Kunst, Indie-Pop im Rein-Format auf die Bühne zu bringen, ohne dabei abgedroschen oder einfallslos zu sein. Genau diese Kunst allerdings beherrscht die belgische Band Balthazar aufs genauste. Die fünfköpfige Gruppe legt mit ihrem Schaffen eine musikalische Punktlandung hin: Hier kann klebriger Synthie-Sound gleichberechtigt neben treffsicheren Gitarrenriffs existieren. Am 25. November wird Balthazar die Budapester Musikszene im A38 bespielen.
Trotz klassischer Instrumentierung schaffen Balthazar es, sich einen reichen Sound zu erhalten: sie nutzen tatsächlich die ganze Bandbreite von Gitarre, Bass, Schlagzeug und Synthesizer aus. Dabei wird nicht waghalsig herumexperimentiert — vielmehr sorgt die Band dafür, dass klassische Elemente von Indie-Pop und -rock möglichst effektiv eingesetzt werden: bei alldem herrscht jedoch keine Spur von Effekthascherei. Seelenruhig und selbstbewusst bespielt die Band jede schillernde Facette ihrer verträumten Welt. Die vertrauten Harmonien und Melodien kommen wie alte Freunde daher — Balthazar wühlen tief in der Pop-Schatzkiste, um schlussendlich wahre Juwelen ans Licht zu bringen und auf authentische Art und Weise zu orchestrieren. Die Band fabriziert handfesten Pop von Welt: keineswegs lässt sich der Gruppe anhören, dass sie vom europäischen Kernland her die Konzerthallen weltweit erobert haben. Wenngleich sie aus dem flämischen Gent kommen, könnten sie ebenso gut der britischen oder nordamerikanischen Musikszene entsprungen sein — Sie stehen ihren angelsächsischen Musik-Verwandten dabei in nichts nach.
Bekannte Pop-Harmonien neu interpretiert
Hin und wieder schimmern hier und dort verschiedenste Einflüsse durch: man fühlt sich stellenweise an Bands wie Wilco oder Flaming Lips erinnert. Solche Andeutungen werden jedoch nie aufdringlich, und zeugen vor allem von einem starken musikalischen Bewusstsein. Balthazar begehen erfolgreich eine Gratwanderung: Sie treten in die Fußstapfen anderer, ohne dabei ihren eigenen Sound aufzuopfern. Dies ist vermutlich nicht zuletzt auch ihrem handwerklichen Können zu verdanken. Deutlich ist zu hören, wie sie bekannte Pop-Harmonien nicht einfach stumpf übernehmen, sondern sehr eigen interpretieren. Genau davon zeugt auch ihr neustes Album ‚Thin Walls’ aus dem laufenden Jahr, mit dem die Band gerade auf Tour ist. So schafft die Gruppe es, auf Streichsektionen zurück zu greifen, ohne dabei schmalzig zu werden: der gezielte Einsatz erzeugt vielmehr eine schwebende Atmosphäre, welche sich durch das gesamte Album zieht. Mit dieser dritten Platte nun befindet sich die Band auf Tour in ganz Europa. In Belgien selbst genießt die Band bereits hohes Ansehen und gehört zu den Indie-Flagschiffen der Region. Dabei genossen auch schon die beiden vorhergehenden Alben ein hohes Ansehen in der Indie-Welt.
Am 25. November um 20:00 wird Balthazar die Budapester Musikszene im A38 bespielen. Im Gepäck haben sie belgische Verstärkung von der Gruppe Lohaus: Deutlich elektronischer, stellt die Band eine gelungene Ergänzung dar.

