
Die Damen des International Women’s Club besuchten die Hundeschule in Csepel nicht zum ersten Mal, waren aber wieder aufs Neue begeistert.
Der International Women’s Club (IWC) hat in diesem Sommer nicht nur eine neue Vorsitzende gewählt, sondern auch ein neues Wohltätigkeitsprojekt. In den kommenden zwei Jahren unterstützen die Damen des IWC die Ausbildung eines der dringend benötigten Blindenhunde.
Doch um auch zu wissen, was sie dort eigentlich unterstützen, machten sich einige Damen des IWC am vergangenen Freitag auf, um die Hundeschule in Csepel zu besuchen. Dort werden momentan zehn Hunde pro Jahr ausgebildet, wobei der Bedarf viel größer sei, erklärt Leiterin Mónika Schiff, genannt Momo.
Verbunden ein Leben lang
Jährlich gehen etwa 70 Anfragen für einen Blindenhund ein. Dabei ist die Ausbildung extrem langwierig, schwierig und vor allem kostspielig. Der IWC spendete dafür zwei Millionen Forint. So viel kostet die zweijährige Ausbildung eines der kleinen Labradormischlinge. Dabei werden die pelzigen Begleiter auf alle möglichen und fast unmöglichen Situationen vorbereitet. So ist unter anderem ein essentieller Bestandteil der Ausbildung das sogenannte Katzenzimmer. Die Hundeschule bietet nämlich nicht nur den in Rente gegangenen Blindenhunden ein liebevolles Zuhause, sondern auch einer Handvoll kleinen Stubentiger. Die Hunde werden im Laufe ihrer Ausbildung vom Trainer mehrfach zu den Katzen gebracht. Dabei ist es wichtig, dass die Hunde nicht auf Katzenjagd gehen oder sich von den kleinen Stubentigern aus der Ruhe bringen lassen. Dies galt zum Glück nicht für die Damen des IWC, denn die waren ganz hingerissen von den freundlichen Vierbeinern.
Erstaunliche Leistungen
Neben einem Seniorenheim für nicht mehr im Dienst stehende Hunde sorgt die Schule auch selbst für Nachwuchs. Zwei Hündinnen pflegen ihre Welpen im weitläufigen Garten und warten darauf, dass ihre Jungen ebenfalls die harte, aber liebevolle Ausbildung antreten können. Die Ergebnisse der Ausbildung wurden den Damen denn auch vorgeführt.
Flóra ist eine fünfjährige Labradordame und wird von ihrer blinden Besitzerin Iris trainiert. Flóra ist bereits der dritte Blindenhund für Iris, und die beiden verstehen sich ohne viele Worte. Leiterin Momo erklärt, dass Blindenhunde etwa fünf Jahre aktiv arbeiten könnten, „danach sind sie ausgepowert“. Tatsächlich sterben Blindenhunde etwa zwei Jahre früher als ihre Artgenossen. Grund hierfür ist die enorme geistige Belastung, unter der die Hunde während der Arbeit stehen. „Aber“, und dies ist auch dem Laien auf Anhieb klar, „die Hunde lieben ihre Arbeit, sie lieben die Interaktion mit Menschen und wollen helfen“, bestätigt Momo. Flóra ist ein erstaunliches Beispiel dafür. Auf dem Hindernisparcours der Hundeschule führt Flóra „ihre“ Iris sicher um jedes Hindernis. Mehr noch – vor jeder Unebenheit, Stufe oder Bordsteinkante stellt sich die kluge Hündin vor ihre Besitzerin, um sie zu warnen. „Das haben wir ihr nicht beigebracht, das macht Flóra ganz von allein“, berichtet Momo nicht ohne Stolz. Auch die Damen des IWC sind sichtlich begeistert und freuen sich darüber, ihre Hilfe in so einem guten und wertvollen Projekt zu wissen. Es ist aber davon auszugehen, dass dies nicht der letzte Besuch der Damen bei der Hundeschule war.
