Zwar kämpft der Sommer noch heldenhaft gegen sein Ende an, aber schon in der vergangenen Woche konnten wir einen Vorgeschmack auf den nahenden Herbst bekommen. Wem das Rad über den Sommer ans Herz gewachsen ist oder wer auch im Herbst keine Lust auf muffige Busse und laute Metros hat, der bleibt beim Drahtesel. Dabei gibt es gerade in der nasskalten Jahreszeit einiges zu beachten, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.
Zuallererst sollte ein Fahrrad schon jetzt langsam wintertauglich gemacht werden. Gute Reifen sind bei schlechtem Wetter ebenso ein Muss wie neue Bremsbacken. Allgemein kann das Nachjustieren der Bremsen nie schaden. Wer sich dies selbst nicht zutraut, wendet sich am besten an den Fahrradladen seines Vertrauens.
Gut gesichert
Und wenn man schon einmal da ist, kann man sich auch gleich nach einem verlässlichen Schloss umschauen. Das Polizeihauptkommissariat teilte zu Beginn der Woche in einer Pressemitteilung mit, die Zahl der Fahrraddiebstähle hätte stark zugenommen. „Mehr als 60 Prozent der gemeldeten Fälle passiert in der zweiten Jahreshälfte“, bekräftigt auch Péter Marosvölgyi, fachlicher Leiter der Aegondirekt.hu. Dabei kommt es neben einem guten Schloss auch darauf an, das Rad richtig anzuschließen. Immer wieder kommt es vor, dass Radler ihren Drahtesel im Stress an absolut ungeeigneter Stelle sichern. Nicht fest verankerte Reklameschilder sind hierbei nur eines der häufig gesehenen Beispiele. Wichtig ist, immer den Rahmen zu sichern. Wer kann und sich auch hier von seinem Fahrradmechaniker vielleicht den ein oder anderen Kniff zeigen lässt, schließt Vorderrad und Rahmen fest.
Gut sichtbar
Neben der Sicherung des Fahrrades ist die Sicherheit des Fahrers natürlich elementar. Ein Helm ist zwar nicht Pflicht, aber er sei jedem wärmstens empfohlen, der regelmäßig in Budapest radelt. Auch hier gilt, Qualität hat ihren Preis. Gute Helme sind zwar etwas teurer, aber wenn es einmal darauf ankommt, können sie Leben retten.
Licht am Fahrrad sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber immer wieder sieht man die im Kurierslang „Ninjas“ genannten Radler ohne Leuchten. Wer sich darauf verlässt, er wird auf der Straße schon gesehen, der irrt sich gewaltig. In Deutschland zwar verboten, in Ungarn hingegen erlaubt sind blinkende Fahrradleuchten. Diese spenden auf dunklen Landstraßen zwar nur wenig Licht, sorgen im Stadtverkehr aber dafür, dass man von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird. Dabei gibt es zwischen günstigen Gummilämpchen auch fest montierte magnetbetriebene Lampen. Sogenannte Reelights haben den Vorteil diebstahlsicher zu sein, und da sie fest montiert sind, kann man sie auch im größten Stress morgens nicht vergessen. Allerdings sollten sie tunlichst von einem Fachmann montiert werden.
Ein Tipp, der besonders jetzt, da die Tage kürzer und die Sichtverhältnisse schlechter werden, nützlich ist: reflektierende Schnapparmbänder über der Kleidung, als Blinkerersatz. Im Feldtest ist festzustellen, dass ein Handzeichen beim Spurwechsel schnell übersehen werden kann, gerade bei dunkler Kleidung. Mit reflektierenden Armbändern hingegen verschafft man sich Aufmerksamkeit.
Gut gesichert und sichtbar braucht es dann nur noch Überziehkleidung für regnerische Tage, und dem Fahrradspaß steht auch im Herbst nichts entgegen.

