Laut Interpol stellt der illegale Kunsthandel mit gestohlenen Werken ein enorm lukratives Geschäft dar. Mehr Gewinn bringen nur Drogenschmuggel oder Menschenhandel. Der Schwarzhandel mit Kunst ist ein brisantes Thema, dem man sich auf vielfältige Weise nähern kann.
Kunst und Kriminalität sind oft enger miteinander verbunden als man denkt. Sowohl Kunstwerke als auch anders geartete Kulturgegenstände sind von privaten Sammlern heiß begehrt. Der Schwarzmarkt für Kunst ist enorm groß und unersättlich. Europaweit werden täglich Kunstobjekte entwendet. Oft sind dabei professionell organisierte Verbrecher am Werk die gezielt oder sogar auf Bestellung einzelne Kunstwerke aus Museen und Privathäusern gestohlen.
Die seit Donnerstag eröffnete Ausstellung im Museum der Schönen Künste nimmt sich jetzt diesem Thema an und stellt entwendete Kunstgegenstände aus. Besonders auffällig ist dabei vor allem die enorme Vielfalt der Exponate, die es sich offenbar lohnt zu schmuggeln und auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. So ziemlich alles, was irgendwie alt ist oder nach Kunst aussieht, findet demnach einen Abnehmer. Entsprechend unterschiedlich und breit gefächert sind auch die ausgestellten Werke. Archäologische Fundstücke, Schmuck der Römer und natürlich Bilder aus allen Epochen werden gezeigt. Selbst eine zerstückelte Kirchturmglocke ist ausgestellt.
Das Thema Kunstraub ist für ein Museum natürlich unweigerlich schwierig auszustellen. Zum einen ist dem Betrachter eines Gemäldes oft gar nicht bewusst, ob er nun ein Meisterwerk oder billigen Schund vor sich hat. Viele Gemälde erhalten erst ihren Wert durch ihre Einzigartigkeit, ihre Vergänglichkeit und vor allem durch ihren Ruf. Ist der Maler bekannt, steigt automatisch die Nachfrage nach seinen Bildern, unabhängig davon ob frühere Werke eher weniger bemerkenswert waren. Folgerichtig sind zum Beispiel Bilder des Malers Pablo Picasso heiß begehrt und werden weltweit mit Abstand am meisten entwendet. Es liegt hierbei also auch am Museum, dem Betrachter das Objekt näher zu bringen. Zu erklären, wieso welches Bild besonders wertvoll ist und zu illustrieren, unter welchen Umständen die Objekte verschwanden und später wieder auftauchten.
Leider hinkt gerade hier die Ausstellung ein wenig hinterher. Das Thema Kunstraub bietet eine einzigartige Möglichkeit, die Geschichten hinter den Gemälden zu erzählen. Warum wurde dieses oder jenes Bild gestohlen? Wer hätte Interesse gehabt an ein paar simplen Tonkrügen aus den Zeiten der Römer? Und wer hat die Kirchturmglocke zerstückelt und wieso? Etwas lapidar wird an den Ausstellungsstücken beschrieben, wo die Ausstellungstücke entwendet wurden und unter welchen Umständen sie wieder ihren Weg zurückfanden in die Hände ihrer Besitzer. Darüber hinaus bleibt die Ausstellung dem Betrachter allerdings jegliche Erklärung schuldig. Das Museum der Schönen Künste hat hier also leider eine Chance vertan, eine gute Ausstellung zu einer wirklich interessanten Ausstellung zu machen.
Műkincsek és Bűnesetek
Museum der Schönen Künste
XIV. Dózsa György út 41
Bis zum 7. Oktober
Montag bis Donnerstag
7.30 Uhr bis 16.00 Uhr
Freitags 7.30 Uhr bis 14.00 Uhr
www.szepmuveszeti.hu

