Ein musikalisches Potpourri zu Ehren Gustav Mahlers
Heute Abend findet in der Nationalen Konzerthalle Béla Bartók im Palast der Künste das Eröffnungskonzert des siebten Budapester Mahler-Festivals statt. Musikbegeisterte können ab 19.45 Uhr Werken von Enescu, Orbán, Wolf und Mahler lauschen. Die Lieder Hugo Wolfs wird der bekannte österreichische Bariton Wolfgang Holzmair interpretieren, wohingegen das Budapester Festival-Orchester unter der Leitung von Iván Fischer spielen wird.

Iván Fischer wird das Budapester Festival-Orchester dirigieren.
Das Festival, welches Gustav Mahlers Leben und Werk gewidmet ist, gehört seit 2005 zu den großen alljährlichen Events der Budapester Musikszene. Mahler spielte eine wichtige Rolle bei der Reformierung und Modernisierung des ungarischen Musiklebens und war zudem von 1888 bis 1890 Direktor des Budapester Opernhauses.
Alle Werke, die heute Abend aufgeführt werden, haben einen Bezug zum Komponisten Mahler: George Enescus „Prélude á l’unisson“ aus der „Suite Nr. 1 C-Dur, op. 9“ von 1903 basiert auf dem kaum überhörbaren monophonen Spiel der Streicher. Enescu widmete seine erste Suite zwar Camille Saint-Saëns, jedoch dirigierte Mahler 1905 in New York die Uraufführung derselben. Auch der heutige Konzertabend birgt eine Uraufführung, nämlich György Orbáns „Serenade Nr. 4“. Orbán bezog sich bei der Komposition seines Werks auf die pentatonische Skala, welche auch in den Werken Bartóks und Mahlers häufige Verwendung findet.
Hugo Wolf war Mitschüler, Freund und musikalischer Antipode Mahlers, weshalb seine Lieder „Harfenspieler I“, „Denk’ es, o Seele“, „Gesang Weylas“, „Herz, verzage nicht“ und „Gebet“ eine interessante Komponente in den Musikabend bringen werden. Den krönenden Abschluss bildet zweifelsohne Mahlers „1. Symphonie D-Dur“, auch bekannt unter ihrem Beinamen „Titan“. Der Komponist begann bereits 1884 mit der Arbeit an seiner 1. Symphonie, beendete diese jedoch erst im Jahr 1888. Die Uraufführung am 20. November 1889 in Budapest dirigierte Mahler selbst; sie war ein großer Publikumserfolg, obwohl sich die Kritik durchaus ambivalent zur Qualität des Werks äußerte.
Der Liedsänger Wolfgang Holzmair
Wolfgang Holzmair studierte an der Musikhochschule Wien Gesang und Lied und machte sich insbesondere als Lied-, Konzert- und Oratoriensänger einen Namen. Er trat bereits auf allen großen Musikbühnen der Welt auf, so unter anderem in London, Lissabon, Wien, Salzburg, New York, Den Haag und Paris. Außerdem arbeitete er mit führenden Orchestern zusammen wie dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Israel Philharmonic Orchestra, den Berliner Philharmonikern, dem Cleveland Orchester und den Wiener Symphonikern. Holzmair, der inzwischen zu den angesehensten Interpreten der Lieder Mahlers gehört, ist bereits seit 1998 Gastprofessor des Royal College of Music in London und Professor für Lied und Oratorium am Mozarteum in Salzburg.
Ausstellung zu Mahler und Wagner
Mahler wird auch diesmal wieder durch eine Ausstellung gewürdigt, die dieses Jahr im Foyer des Palasts der Künste zu sehen sein wird. Von heute an bis zum 30. September können Exponate zum Thema „Mahler und Wagner“ besichtigt werden. Die Materialien stammen aus der größten Gustav Mahler-Sammlung der Welt, die im Gustav Mahler-Archiv Paris beheimatet ist.
Budapester Mahler-Festival
Eröffnungskonzert:
9. September, 19.45 Uhr
Eintritt: von 4.200 Ft bis 12.600 Ft
Palast der Künste
www.mupa.hu
