Konferenz des Young Citizens Danube Network
Die europäische Gemeinschaft wird heute oftmals als selbstverständlich wahrgenommen. Doch eine Gemeinschaft ist weder selbstverständlich, noch entsteht sie von selbst. Eine europäische Gemeinschaft kann auch nicht von einigen Politikern mit der Unterzeichnung von Verträgen beschlossen werden, sie muss vielmehr aus der Bevölkerung heraus wachsen. Das Jungendnetzwerk Young Citizens Danube Network (Donau-Netzwerk der jungen Bürger, kurz YCDN) versucht, eine ebensolche Integration im Donauraum zu fördern; vom 17. bis 19. Juni veranstaltet sie in Budapest eine Konferenz.

Johann-Jakob Wulf und Juliane Gierach: Dialog zwischen jungen Menschen.
Der europäische Gedanke stand mit nationalstaatlichen Bestrebungen in der Vergangenheit bereits des Öfteren – nicht nur in Ungarn – im Konflikt. Die Wirtschaftskrise hat die Spannungen in diesem Bereich noch weiter verschärft. Jedoch könnten alle Beteiligten von einem zusammenwachsenden Europa profitieren, wobei dies keineswegs Aufgabe der nationalen Identität bedeutet. Genau dies will auch YCDN deutlich machen: Man möchte „einen Dialog zwischen jungen Menschen verschiedener Völker initiieren, einer Plattform des Mit- statt Gegeneinander schaffen, eine Kultur des gemeinsamen Lernens und des kulturellen Austausches“, wie es in einem offiziellen Schriftstück des Netzwerkes heißt. Auch das Motto „United in Diversity. Along the Danube. In Europe.“ (Vereint in der Vielfalt. Entlang der Donau. In Europa.) verleiht diesem Gedanken Ausdruck, mit der „Donau als verbindendes Element“. Unterstützung gibt es hierfür sogar vom Deutschen Bundestag, welcher in einem Beschluss vom April explizit die Förderung eines Donau-Jugendwerkes mit jungen Danubiern fordert.
Gegründet wurde YCDN von sieben Teilnehmern einer Konferenz im serbischen Novi Sad im Juli 2010. Das damalige Ziel war es, der jungen Donaugeneration die Möglichkeit zu geben, ihre Ansichten bezüglich der Gestaltung ihrer eigenen Zukunft auszutauschen. Die Nachfolgekonferenz „Die junge Generation des Donauraumes als ein Schlüssel zur Europäischen Integration“ soll nun vom 17. bis 19. Juni, eine Woche vor der geplanten Unterzeichnung der EU-Donauraumstrategie, an der Ándrassy Universität Budapest stattfinden, wobei der Titel die Idee bereits treffend beschreibt.
Veranstalter hoffen auf Unterstützung
Juliane Gierach und Johann-Jakob Wulf, Hauptvertreter von YCDN und selbst noch Studenten der Ándrassy im Master-Studiengang „Internationale Beziehungen“, hoffen nun auf die Unterstützung durch Unternehmen und Sponsoren. „Wir wollen keinen Profit machen, sondern einfach nur unsere Ideen umsetzen“, erklärten sie in einem Gespräch mit der Budapester Zeitung. Sie hätten beispielsweise auch Einladungen zu anderen Konferenzen im Ausland, doch momentan sei es für sie schwierig, die Anreisen überhaupt bezahlen zu können. Und die Veranstaltung im Juni ohne materielle und finanzielle Unterstützung zu realisieren, ist für das von Studenten getragene Netzwerk schlicht unmöglich. Man sei jedoch nicht nur auf Geld aus, betont Gierach, „Wir sind auch an einer Zusammenarbeit mit Unternehmen interessiert, in deren Verlauf wir auf Synergien hoffen. (…) Ein Geben und Nehmen.“
Breites Themenspektrum
Zu der Konferenz selbst, welche die Schirmherrschaft des Ungarischen Außenministeriums genießt, werden insgesamt rund 70 bis 80 Teilnehmer aus fast allen 14 Ländern erwartet, welche von der EU-Donauraumstrategie betroffen sind. Nach einer Eröffnungsveranstaltung am 17. Juni, zu der auch zahlreiche Politiker eingeladen sind, stehen für den nachfolgenden Samstag vier interdisziplinäre Workshops auf dem Programm, die sich den Säulen der Donauraumstrategie widmen: Nationale Identitäten und Abbau von Stereotypen, Umweltschutz, Möglichkeiten zur Steigerung des Wohlstands sowie das Problem der organisierten Kriminalität. Am dritten Tag sollen dann die Ergebnisse zusammengefasst werden. Weitere Informationen gibt es unter www.ycdn.eu.
