Beliebtes Spielzeug mit lebensgefährlichen Folgen
Rund 25.000 Stück des chinesischen Bindeez waren in Ungarn bereits verkauft worden, als das beliebte Spielzeug vergangene Woche von den Händlern wegen Drogenverdachts zurückgerufen werden musste.
Seit Monaten gilt Bindeez weltweit als Verkaufsschlager. Die bunten Kugeln des Spiels müssen mit Wasser bespritzt werden und können dann zu verschiedenen Figuren geformt werden. Nachdem allerdings zwei Kinder in den USA durch das Spielzeug ins Koma gefallen waren und drei australische Kinder ins Krankenhaus hatten eingeliefert werden müssen, untersuchten US-amerikanische Forscher Bindeez.
Kugeln mit ,,flüssigem Ecstasy“
Dabei entdeckten sie in der Beschichtung der Kugeln eine Chemikalie, die sich beim Verzehr in die Droge Gamma-Hydroxybutyrat (GHB) verwandeln kann. Das Rauschgift, das auch ,,flüssiges Ecstasy“ genannt wird, ist als Vergewaltigungsdroge bekannt. Wer GHB einnimmt, wird willenlos und erinnert sich an nichts mehr. Außerdem soll der Stoff zu Nebenwirkungen wie Krämpfen, Schläfrigkeit und sogar Koma führen. Für Kinder kann der Stoff lebensgefährliche Folgen haben.
Rückgabe möglich
Laut Zsuzsanna Szigeti, der Geschäftsführerin der ungarischen Vertreiberfirma Epee, soll der australische Hersteller, das Unternehmen Moose Enterprise, mit mehreren chinesischen Werken zusammengearbeitet haben. ,,Einer der Erzeuger hat einen Zusatzstoff durch einen günstigeren ersetzt, was diese chemische Reaktion auslöst“, erklärte sie dem Nachrichtenportal Index.hu. Epee forderte die ungarischen Verkäufer sofort auf, das Spielzeug aus den Regalen zu nehmen, sagte die Epee-Geschäftsführerin weiter. Außerdem sollen die in den vergangenen zwei Monaten verkauften 25.000 Bindeez zurückgenommen und der Peis erstattet werden. ,,Wenn ein Händler das Spiel nicht zurücknehmen sollte, kann sich der Kunde direkt an Epee wenden. Wir geben das Geld in jedem Fall zurück“, so Szigeti.
Exportverbot in China
Der Fall wird sich wohl negativ auf die Spielzeugindustrie auswirken: In den vergangenen Monaten mussten bereits Waren aus chinesischer Herstellung zurückgerufen werden, da sie sich als giftig herausstellten. Laut dem Magazin Spiegel soll die chinesische Regierung über 700 Fabriken wegen mangelhafter Waren ein Exportverbot verhängt haben.
