Turul und Löwen sorgen für Einkünfte
Wie kommt die radikale Rechte in Ungarn zu Geld? Dieser Frage ging kürzlich das Wochenmagazin HVG in einem Artikel nach. Darin ist zu lesen, dass die Ungarische Garde – eine Schwesterorganisation der rechtsradikalen Partei Jobbik – bei der Vereidigung ihrer ersten 56 Mitglieder Ende August rund
Bei der feierlichen Aufnahme von weiteren 600 Mitgliedern Mitte Oktober seien der Garde rund 1,5 Mio. Ft (etwa 6.000 Euro) an Spenden zugeflossen. Dies sagte der Vorsitzende von Jobbik, Gábor Vona, gegenüber HVG. Vona erklärte außerdem, dass ständig kleine Spenden auf das Konto der Ungarischen Garde eingehen. Diese stammten vor allem von Rentnern und Kleinunternehmern.
T-Shirts, Árpád-Flaggen und der Vogel Turul
Die ,,Garde“ will aber auch anderweitig zu Einnahmen kommen. Aus diesem Grund gründete sie das ,,Markengeschäft Turul“, das auch per Internet seine Waren feilbietet. Dort können unter anderem T-Shirts mit dem Löwen der Ungarischen Garde, rot-weiß gestreifte Árpádflaggen sowie unzählige Ziergegenstände gekauft werden, die mit dem Greifvogel Turul oder der Landkarte Großungarns bedruckt sind.
Aus dem Artikel in HVG geht ferner hervor, dass die Stiftung Magyar Ház, die Herausgeber der rechtsradikalen Wochenzeitung Demokrata ist, auch Bücher vertreibt. Diese werden vor allem in Buchläden unter dem Namen Magyar Ház verkauft. Die Bücher haben unter anderem nazistische Propagandaschriften sowie rassentheoretische und antisemitische Abhandlungen zum Inhalt. In den Buchläden können überdies Kassetten mit Marschliedern der SS, Wehrmacht und Hitlerjugend gekauft werden. Die Nachfrage nach derlei Büchern und Kassetten ist jedoch gesunken. Im Artikel heißt es, das Netz von Magyar-Ház-Buchläden sei in den vergangenen Jahren massiv geschrumpft.
Mangelnde Nachfrage nach Magor Bewegung
Mehr schlecht als recht erging es auch der Initiative ,,Magor Bewegung“. Diese wurde von dem rechtsorientierten Schauspieler Mátyás Usztics im Herbst 2003 gegründet. Laut HVG hatte die Initiative ursprünglich das Ziel, durch die Schaffung eines Netzwerks ungarischer Produzenten eine Invasion multinationaler Unternehmen abzuwehren. In ihrer Blütezeit 2005 vertrieb die Magor Bewegung in rund 60 Läden etwa 900 Produkte, die zu 100% ,,Made in Hungary“ waren. Das Netzwerk solcher Verkaufsläden hat sich seither aber praktisch aufgelöst. Der Grund: mangelnde Nachfrage.
