Kubanische Flüchtlinge in Messerstecherei verwickelt
Eine Handvoll kubanischer Flüchtlinge wurde vergangene Woche im Zusammenhang mit einer Messerstecherei verhaftet, bei der drei Ungarn verletzt worden waren. Die Festgenommenen gehören zu einer größeren Gruppe kubanischer Einwanderer, deren Aufnahme in Ungarn bereits zuvor zu diplomatischen Verstimmungen mit Kuba geführt hat.
Angeblich sollen sechs Kubaner in die Messerstecherei mit Ortsansässigen verwickelt gewesen sein, die sich am Sonntag vor zwei Wochen in einer Bar in der Nähe des Flüchtlingslagers in Bicske (Zentralungarn) ereignete. Nach Angaben der Polizei waren alle Beteiligten im volltrunkenen Zustand. Die Beamten ermitteln noch immer, was genau vorgefallen ist. Tatsache ist, dass drei Ungarn verletzt wurden, einer von ihnen schwer.
Abschiebung ausgeschlossen
Zsuzsanna Végh, die Leiterin der Ungarischen Einwanderungsbehörde, sagte am vergangenen Montag in einem Interview mit dem Fernsehsender RTL Club, die Kubaner würden wegen des Vorfalls nicht des Landes verwiesen werden. Die Polizei behandle die Messerstecherei als Fall von Gruppenvandalismus, was bedeute, dass zwischen Kubanern und Ungarn nicht unterschieden wird.
Diplomatische Verstimmungen
Kuba hatte Ungarn im August als Lakaien der USA bezeichnet, weil das Land auf Wunsch der Vereinigten Staaten 28 Kubanern politisches Asyl gewährt hatte. Die Kubaner landeten Anfang Oktober in Ungarn, wo sie den Flüchtlingsstatus erhielten. Die Flüchtlinge waren vorher in Guantanamo Bay, dem kubanischen Stützpunkt des US-Militärs, festgehalten worden, weil sie versucht hatten, von der kommunistischen Insel zu fliehen. Laut Kuba sind die Personen Wirtschaftsflüchtlinge, die keiner Verfolgung ausgesetzt waren. Ungarn reagierte auf die Vorwürfe Kubas mit dem Kommentar, sie seien diplomatischen Beziehungen nicht würdig.
