Wegen Doping-Verdachts ermittelt der Ungarische Schwimmverband gegen die Europameisterin und Olympiasiegerin Ágnes Kovács. Auslöser war eine Mitteilung der ungarischen Anti-Doping-Gruppierung MACS, nach der ihr eine Probe der Schwimmerin vorliegt, die viel kleiner ist als die Menge, die für die Tests bezüglich leistungssteigernder Substanzen nötig ist.
Im Rahmen einer nicht angekündigten Doping-Kontrolle außerhalb von Wettkämpfen hat die Schwimmerin Ágnes Kovács eine Probe mit 25 Millilitern abgegeben, was weniger als die vorgeschriebene Mindestmenge von 75 Millilitern ist und für einen Dopingtest nicht ausreicht. Anschließend bezog sich die Sportlerin auf offizielle Vereinbarungen, weigerte sich, eine weitere Probe zur Verfügung zu stellen, und bestätigte diese Verweigerung in schriftlicher Form“, hieß es in der Mitteilung.
Stelldichein mit Roger Moore
Tamás Gyárfás, der Vorsitzende des Ungarischen Schwimmverbands, teilte der Nachrichtenagentur MTI am vergangenen Donnerstagabend mit, Kovács habe ihm eine befriedigende Erklärung gegeben, warum sie keine ausreichende Probe abgeben konnte: Demnach sind die Doping-Kontrolleure am 30. Oktober kurz vor 8 Uhr morgens an Ko-vács herangetreten, als sie gerade in einem Schwimmbecken trainierte. Um 9 Uhr habe sie eine Verabredung mit dem Schauspieler Roger Moore gehabt, der sie in seiner Funktion als UNICEF-Botschafter treffen wollte. Wegen dieses Termindrucks sei Kovács nicht fähig gewesen, die ausreichende Menge abzugeben.
Die Geschichte der 26-jährigen Schwimmerin bestätigte ein Vertreter der ungarischen UNICEF. Gyárfás sagte, er werde auch versuchen, Moore zu kontaktieren. ,,Ich muss mich bei Ági entschuldigen. Wir leiten keine Ermittlungen wegen irgendwelcher Zweifel ein, sondern nur in ihrem eigenen Interesse“, sagte er. Auf Drängen von Gyárfás trat die frühere Europa- und Weltmeisterin am Freitagmorgen im ungarischen Fernsehsender MTV auf, wo sie unter Tränen ihre Unschuld beteuerte und sagte, sie habe der MACS inzwischen eine volle Probe abgeliefert. Trotzdem könnte die Angelegenheit einen großen Bruch in ihrer Karriere bedeuten: Sollte sich bestätigen, dass Kovács die Verweigerung der Probe schriftlich bestätigt hat, erwarten sie zwei Jahre Wettkampfsperre – egal wie der Test der neuen Probe ausfällt.
