Ex-Sozialist droht mit Waffe
Mit einer Gaspistole wurde vor zwei Wochen ein Fahrradkurier bedroht. Nachdem er darauf hingewiesen hatte, der Angreifer sei ein Politiker gewesen, und die regierungsnahe Tageszeitung Népszabadság geschrieben hatte, es handele sich um einen Abgeordneten der Opposition, stellte sich schließlich am Sonntag vor zwei Wochen die gesuchte Person: János Vadász, ehemaliges Mitglied der regierenden Ungarischen Sozialistischen Partei (MSZP).
János Vadász gab zu, er habe einen Fahrradfahrer am Kodály Körönd (auf der Andrássy út) mit einer Gaspistole bedroht – allerdings nur, um sich selbst zu verteidigen. ,,Ohne jeglichen Anlass griff mich der Fahrradkurier an. Ich musste mich irgendwie verteidigen“, sagte Vadász gegenüber dem staatlichen Fernsehsender mtv.
Pistole zur Selbstverteidigung
Vadász behauptet, der Fahrradkurier habe mit seiner Fahrweise den Verkehr und ihn selbst gefährdet. Nachdem Vadász ihn angehupt habe, soll der Kurier auf das Autodach geschlagen und ihn angeschrieen haben. Daraufhin sei er aus dem Wagen gestiegen und habe ihm seinen Ausweis gezeigt. Der Fahrradkurier habe ihn allerdings bedroht. Aus Angst, der Kurier könnte handgreiflich werden, habe er sich gezwungen gefühlt, seine Gaspistole, die nicht einmal geladen war, aus dem Handschuhfach zu holen, erklärte Vadász dem Reporter. Nun verlangt Vadász, dass sich der Radfahrer entschuldigt.
Laut Aussage des Fahrradfahrers hatte der Autofahrer ihn von seiner Spur gedrängt, woraufhin er ihn zwar beschimpfte, ihm aber nicht drohte. Der Streit endete, nachdem Fußgänger die Pistole erblickt hatten und dem Kurier zu Hilfe geeilt waren. Die Polizei ermittelt gegen Vadász wegen Verstoßens gegen die öffentliche Ordnung.
